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23.01.2018

Erstritten:

Gleichbehandlung für Menschen mit Behinderung. Bei Hausführungen in der Elbphilharmonie mussten sie bislang mehr zahlen


Dr. Andreas Borkamp vom Freundeskreis und Regina Jäck von der SPD im Gespräch

Menschen mit Behinderung dürfen Menschen ohne Behinderung gegenüber nicht benachteiligt werden. Dass dies immer noch nicht selbstverständlich ist, zeigt ein jüngstes Beispiel: In der Hamburger Elbphilharmonie kosten Führungen für Menschen mit Behinderungen nämlich 5€ mehr als für andere. Hierüber ärgerten sich auch Herr Dr. Andreas Borkamp und der Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer des Senator-Neumann-Heims.

Im vergangenen Jahr organisierte der Verein einen Besuch mit rollstuhlgerechten Führungen, obwohl die Organisation recht kompliziert war. Denn das Vorzeigeprojekt hat im Eingangsbereich zu wenig Fahrstühle. Außerdem ist der Zugang zum Restaurant nur durch den Hintereingang der Küche möglich. Der Gipfel war aber: Eine Führung für Menschen mit Rollstuhl kostete statt der regulären 15€ gleich 20€ pro Person. Die Begründung lautete: Die Führung würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, weil es mit dem Fahrstuhl länger dauere, in die oberen Etagen der Elphi hinein zu kommen. Trotz eines intensiven Briefwechsels und Austausches, den Dr. Andreas Borkamp mit dem Besuchermanagement der Elbphilharmonie führte, war man nicht einsichtig, dass es sich hier um eine Benachteiligung für Menschen mit Behinderung handele. Schließlich wandte sich Herr Borkamp an Politiker und die Gleichstellungskoordinatorin der Stadt Hamburg, Dr. Ingrid Körner, die daraufhin aktiv wurde. Kultursenator Brosda schaltete sich ein.

Nun endlich konnte die Bürgerschaftsabgeordnete Regina Jäck die frohe Botschaft verkünden, dass sich das unermüdliche Engagement der Freunde des Senator-Neumann-Heim e.V. und seines Vorsitzenden gelohnt hat: Ab Mai 2018 kosten die Führungen auch für Rollstuhlfahrer 15€ (mit Sbh-Ausweis Merkzeichen B).