Die sechs Mieterinnen und Mieter der AWG haben sich an einem Sonntagvormittag im Oktober getroffen und ein einem Interview über ihr Leben in der gemeinsamen Wohnung berichtet. Hier sind einige Auszüge:
Frage: Wie lange wohnt ihr hier schon?
Antwort: Dieses Haus gibt es schon 5 Jahre. Vier von uns wohnen schon seit fünf Jahren hier – zwei sind dann dazu gezogen. Wir sind also 6 Bewohner. Früher war das ein Teil vom Wohnheim Haus Eckel und jetzt sind wir selbständig.
Frage: Wie fühlt ihr Euch als ambulant betreute Wohngemeinschaft?
Antwort: Da fühle ich mich gut. Es ist ein gutes Gefühl. Ich fühle mich freier in der Wohngemeinschaft in Buchholz.
Antwort: Ich fühle mich erleichtert. Denn ich kenne hier die Leute gut und wir sind gut befreundet.
Antwort: Das ist gut hier. Es ist mein Zuhause. Dafür zahle ich Miete. Ich kann hier wohnen bleiben und ich bestimme, mit wem ich wohne.
Frage: Was ist denn jetzt anders geworden?
Antwort: Wir sind nicht mehr abhängig vom Haus Eckel. Jetzt sind wir auch unabhängig mit dem Weg zur Arbeit – früher mussten wir immer lange auf den Pendelbus warten.
Antwort: Jetzt haben wir einen Mietvertrag. Wir haben das Haus gemietet und zahlen Miete.
Frage: Wie ist das denn mit dem Geld?
Antwort: Wir bezahlen für Wasser, Strom und Miete selbst.
Antwort: Jetzt habe ich alles Geld auf dem Girokonto und muss davon alles bezahlen.
Antwort: Wir haben ein Konto eingerichtet für gemeinsame Anschaffungen und Reparaturen.
Antwort: Jeder gibt in der Woche 25 Euro für Lebensmittel in die Gemeinschaftskasse… Und wenn das Geld alle ist gehen wir wieder zur Bank.
Antwort: Wenn Geld übrig bleibt, dann sparen wir für schlechtere Zeiten… oder wir fahren gemeinsam nach Italien – nach Venedig.
Frage: Wobei helfen denn die Mitarbeiter?
Antwort: Bei dem ganzen Bürokram, Abrechnungen, bei Postsachen …
Antwort: … und bei Arztterminen
Antwort: … und bei den Geldsachen, bei Einkaufszetteln
Antwort: ... und Nachts gibt’s eine Rufbereitschaft .
Frage: Und wie macht ihr das mit den Besprechungen?
Antwort: Einmal im Monat treffen wir uns – immer den ersten Montag im Monat.
Antwort: … wir haben auch einen Wohngruppensprecher, der schreibt das Protokoll.
Antwort: … der Wohngruppensprecher wechselt alle drei Monate – dann ist der nächste dran.
Frage: Was gibt es denn in der Freizeit? – Was macht Ihr?
Antwort: Wir gehen in die Stadt, Einkaufen, Kaffee trinken, Eis essen. Auch die Kirche ist ganz in der Nähe.
Antwort: Sonntags früh machen einige Nordic Walking, andere gehen zur Männergruppe, zur Theatergruppe, zur Kochgruppe bei der Volkshochschule…
Antwort: Wir machen mit bei der Zeitungsgruppe…
Frage: Seit dem 1. Oktober seid ihr eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Woran merkt ihr besonders, dass sich etwas verändert hat?
Antwort: Neu ist vor allem das mit dem Geld. Jetzt bekommen wir von verschiedenen Stellen Geld für unterschiedliche Dinge. Wir müssen sehen, wie wir damit auskommen und den Überblick behalten!
Vielen Dank für dieses Gespräch.
GesprächsteilnehmerInnen der AWG waren: A. Jürgens, H. Jürgens, B. Junge, T. Mast, H. Weigle, D. Dommer