Antworten der Besucherinnen und Besucher zur Ausstellung:
1. Sind spezielle Wohneinrichtungen weiterhin notwendig? Warum (nicht)?
„Vielleicht manchmal +quasi „auf Wunsch“ – aber auf keinen Fall grundsätzlich“
„Ja, weil die Behinderung doch bei jedem anders ist“
„Nur dann, wenn sonst der Mensch nicht die nötigen Hilfen bekommt“
„Nein, weil Integration besser ist!“
„Ja, Wohneinrichtungen, die behindertengerecht ausgestattet sind, die ein Wohnen in der Gesellschaft ermöglichen und nicht abgegrenzt sind. Wohneinrichtungen, die die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen befriedigen durch richtiges Ausmaß an Hilfestellung und Selbständigkeit.“
„Für Menschen mit sozialen Problemen, ja!“
„Ja, damit eine Selbständigkeit erhalten bleibt“
2. Was wäre Ihnen wichtig, wenn Sie in einer Wohngemeinschaft leben würden?
„Die Leute mögen“
„Einzelzimmer, Rückzugmöglichkeiten haben, Besuch bekommen, Familie, Freunde usw., Musik hören zu dürfen.“
„Eigene Vier-Wände – Privat – Rückzug“
„Eigener Raum, Regeln, Grenzen und Gemeinschaft“
„Privatsphäre, Toleranz meiner Macken und Schwächen.“
„Genügend Freiheiten“
„Rücksichtnahme, ein Miteinander, Organisatorische Absprachen“
3. Was ist Ihnen persönlich am wichtigsten bei Ihrer Privatsphäre?
„Rückzugsmöglichkeiten“
„Anklopfen, zwei Minuten warten bis ich Herein sage, eine Stereoanlage, meine Malsachen, Bücher, ein Sofa haben zu dürfen außer Tisch, Bett, Schrank“
„Selbst gestalten: Wo – wie – was!“
„Das sie geachtet wird“
„Ich bestimme wann ich alleine sein möchte und wo ich sein möchte.“
„Abschließbare Türe ohne Kontrollaufriss“
„Respekt“
4. Welche Angebote in Ihrem Stadtteil nutzen Sie gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen?
„Keine. Manchmal Theatervorstellungen oder Kino“
„Bus und Bahn“
„Keine“
„Universität, Theater“
„GPD Nordost, AtW“
„keine, weil ich nichts finde offensichtlich“
5. Was ist Ihnen besonders wichtig, wenn Sie auf umfassende Hilfe angewiesen sind?
„Individuell nach meinen Bedürfnissen + Wünschen“
„Freundlichkeit, Gelassenheit, Zeit, meine Wünsche, Körperpflege, Freizeit usw. berücksichtigen“
„Verlässlichkeit und Freundlichkeit“
„Respekt, nach meinen Wünschen fragen, nicht „an mir arbeiten“ sondern mit mir“
„Beratung mit Perspektiven"
„Verlässlichkeit und Vertrauen“
6. Warum sind Regelungen zur Mitbestimmung in Einrichtungen wichtig?
„Weil jeder Mensch einmalig ist und andere Wünsche hat, das alles unter einen Hut bringen für die Gruppe der Wohngemeinschaft“
„Damit keiner ausgebeutet wird“
„Damit alle gemeinsam Mitgestalten“
„Es gehört zur Würde des Menschen über sich selbst zu verfügen. Wenn dies nur eingeschränkt möglich ist, ist es Aufgabe der Mitmenschen die Möglichkeiten der Selbstbestimmung die es gibt zu achten und zu respektieren“
„Sonst wäre ja Verwahrung“
„Damit sich alle wohlfühlen“
7. Wann ist für Sie ein Leben selbstbestimmt?
„Wenn ich so lebe, wie ich möchte mit der Hilfe, die ich brauche“
„Meine Bedürfnisse sollten, soweit dies möglich ist, berücksichtigt werden. Begründen, wenn etwas nicht möglich ist“
„Das gibt’s nicht“
„Wenn meine Entscheidungen respektiert und geachtet werden, ich Unterstützung erfahre da wo ich nicht weiter weiß und kann“
„Wenn ich über mich entscheide"
„Ohne Betreuung!!!“
„Wenn Entscheidungen getroffen werden können, d. h. Mitsprache, emotionale Ebenen gelebt werden können, Zugang zur Gesellschaft möglich ist, Teilnahme an Veranstaltungen etc., arbeiten auf dem 1. Arbeitsmarkt“
8. Warum ist das Thema Partnerschaft und Sexualität von Menschen mit Behinderungen Ihrer Meinung nach so tabuisiert?
„Weil es trotz aller Offenheit immer noch „peinlich“ ist“
„Menschen die geistig behindert sind wird die Verantwortung nicht zugetraut“
„das macht doch Angst“
„Weil es nicht Thematisiert wird, so wie es lange mit der Sexualität im Alter war. Also: zum Thema machen, alle Menschen haben Bedürfnisse“
„Immer noch weit verbreitete Meinung, dass Menschen mit Behinderung nicht eineingeschränkte Rechte haben“
„Verstehe ich auch nicht, vielleicht, weil es unvorstellbar ist oder man meint, dass das ja nicht sein sollte“
9. Was ist nötig, damit niemand vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen ist?
„Wenn ich Bürgermeisterin wäre: 1) Dafür sorgen, dass es angemessene Kindergartenbeiträge gibt, 2) Dafür sorgen, dass Kindergärten, Schulen, Unis integrierend arbeiten, dass sie gut ausgestattet sind. Schulleiter und Lehrer fragen, was sie brachen dies ermöglichen. 3) Gut für Kinder und Jugendliche sorgen, jeder sollte einen Ausbildungsplatz bekommen“
„Individuelle Hilfen und viel Geld“
„Mehr Personal und individuelle Unterstützung“
„Frühzeitige Integration von Menschen mit Behinderung in Kindergarten und Schule -> Fördert Akzeptanz durch die neue Generation -> ‚Behinderte gehören dazu’"
„Aufklärung und Einbeziehung, die selbstverständlich läuft“
10. Wie kann erreicht werden, dass mehr Menschen mit Behinderungen Angebote der Erwachsenenbildung nutzen?
„Indem es viele Angebote gibt! Und die für „Normalos“ sich öffnen“
„Barrierefreier Zugang gewährleisten“
„Gesetzliche Verpflichtungen“
„Offenes Zugehen und direktes Werben bei Menschen mit Behinderung ->senkt Hemmschwellen“
„Veranstaltungen in Einrichtungen oder auch sonstigen Plätzen, wo sich Behinderte aufhalten, veranstalten. Die Interessen der Verantwortlichen in den Werkstätten sind gering, weil die „Guten“ bleiben sollen, damit die Arbeiten verrichtet werden können“
11. Welche Ideen haben Sie, damit Menschen mit Behinderungen dort arbeiten können, wo andere auch arbeiten?
„Werkstätten müssen sich öffnen und das managen“
„Wertschätzung entgegenbringen“
„Arbeitsbegleitung zur Eingewöhnung an 1. Arbeitsmarkt. Maßnahmen wie das „persönliche Budget“ in Schleswig-Holstein zur Schaffung von Nischenarbeitsplätzen nutzen.“
„siehe Nr. 10. Das geht ja leider nicht, weil das System es nicht möchte“
12. Was bedeutet für Sie eine „gute Gesundheitsversorgung“?
„Akzeptanz von Ärzten, Krankenschwestern im Krankenhaus den Menschen entgegenbringen“
„Weniger Bürokratie, weniger Kämpfe um die Kostenerstattung für individuelle Pflegemaßnahmen“
„Allumfassend, Körper, Seele und Geist“
13. Was schlagen sie vor, um die Barrierefreiheit in Ihrer Wohngegend zu verbessern?
„Darauf aufmerksam machen“
„Das Problem zunächst bewusst machen mit Rollstuhlfahrertag -> jeder sollte erleben wie es ist im Rollstuhl zu sitzen und vor Barrieren zu stehen“
„Veranstaltung mit Behinderten (Theater z. B. und auch Musik, Kaffee)“
14. Wie sinnvoll sind separate Freizeit- und Kulturaktivitäten für Menschen mit Behinderungen?
„Sind sinnvoll – aber alles andere „muss“ sich öffnen explizit!“
„Gar nicht sinnvoll, sie gehören zu uns“
„Individuelle Angebote können auch im Rahmen des Gesamtangebots für alle stattfinden“
„Alles ist sinnvoll, wenn es die Behinderten möchten. Alles sollte möglich sein. Separat und integriert = beides!“
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